02.12.2021

Genuss trotz Hepatitis? Das geht!

Liebe geht durch den Magen – das gilt auch an Weihnachten. Dass Sie trotz Ihrer Lebererkrankung nicht auf festliche Leckereien verzichten müssen, beweisen wir Ihnen mit unseren Vorschlägen für süße Kleinigkeiten.

Patienten mit einer Lebererkrankung wird empfohlen, ihre Ernährung anzupassen, um ihre Leber zu schonen. Dazu wird heutzutage eine leichte Vollkost empfohlen, die sich idealerweise auf fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag verteilt und individuelle Unverträglichkeiten und Begleiterkrankungen der Patienten berücksichtigt [1]. Lediglich auf Alkohol muss vollständig verzichtet werden. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was vertragen wird – zumindest solange die Leber ihre Funktionen noch ausreichend erfüllen kann [2].

Damit Sie nicht lange nach passenden weihnachtlichen Rezepten suchen müssen, haben wir hier für Sie Vorschläge für zwei echte Schmankerl: eine leichte Orangencreme auf Löffelbiskuit und eine leberfreundliche goldene Milch. Bitte beachten Sie: Auch wenn das gemeinsame Essen in der Weihnachtszeit Lust darauf macht, sich den Bauch vollzuschlagen, sollten Sie mit Rücksicht auf Ihre Leber nur kleine Portionen essen. Genießen Sie die Reste der Köstlichkeiten besser am nächsten Tag.

Rezept: Orangencreme auf Löffelbiskuits
Für vier bis fünf Personen benötigen Sie:

2 Stück

Orangen (bio), Saft und Schale

½ Stück

Vanilleschote, Mark und Schale

50 ml

Sahne

500 g

griechischer Joghurt

80 g

Puderzucker

2 Blatt

Gelatine

1 Lage

Löffelbiskuits

1 Stück

Orange (bio) für die Dekoration

Zubereitung

1. Schälen Sie die Orange mit einem Sparschäler. Achten Sie dabei darauf, möglichst nur den orangenen Teil der Schale abzuschälen. Geben Sie die Sahne zusammen mit der Orangenschale in einen kleinen Topf. Fügen Sie das ausgekratzte Vanillemark sowie die Schale der Vanilleschote hinzu und kochen Sie alles kurz auf. Gießen Sie die aromatisierte Sahne gleich durch ein Sieb ab. Lassen Sie die Sahne etwas abkühlen.

2. Verrühren Sie den Puderzucker mit dem griechischen Jogurt.

3. Weichen Sie die Gelatine nach Packungsanweisung ein und lassen Sie sie anschließend in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze schmelzen. Fügen Sie langsam die noch warme Sahne hinzu, sodass sich die Gelatine gut mit der Sahne mischt.

4. Geben Sie die Gelatinesahne langsam und unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen zum Joghurt und vermischen Sie die Masse gut.

5. Schneiden Sie die Löffelbiskuits in Würfel, verteilen Sie die Würfel auf Dessertschalen und beträufeln Sie diese mit Orangensaft.

6. Geben Sie die Joghurtcreme auf die Biskuitwürfel und stellen Sie die Creme für mehrere Stunden – am besten über Nacht – kalt.

7. Vor dem Servieren: Lösen Sie das Fruchtfleisch der verbliebenen Orange vollständig aus der weißen Haut. Dekorieren Sie die Creme mit den Orangenspalten.

Rezept: Leberfreundliche* goldene Milch
Für eine Portion benötigen Sie:

300 ml

Milch oder Pflanzenmilch

2 cm

Kurkuma

1 cm

Ingwer

¼ TL

Kardamom

½ TL

Kokosöl

Nach Geschmack

Honig zum Süßen

Zubereitung

1. Geben Sie alle Zutaten – bis auf den Honig – in einen Mixer und mixen Sie diese, bis eine feine Konsistenz entsteht. Um eventuelle Klümpchen oder Stücke zu entfernen, können Sie die Milch anschließend durch ein Sieb gießen.

2. Geben Sie die Milch in einen Topf und kochen Sie sie kurz auf. Lassen Sie sie dann für etwa zwei Minuten bei schwacher Hitze köcheln.

3. Optional können Sie die Milch mit einen Milchschäumer aufschäumen.

4. Süßen Sie die Milch nach Geschmack mit Honig.

* Die sogenannte goldene Milch erhält ihre typische Farbe durch die Kurkumawurzel. Das darin enthaltene Curcumin soll einen positiven Effekt bei Lebererkrankungen haben [3]. Traditionellerweise wird goldene Milch mit Zimt gewürzt. Diesen haben wir in unserem Rezept durch Kardamom ersetzt. Warum, lesen Sie am Ende des Texts in unserer Infobox.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Nachkochen und eine besinnliche Weihnachtszeit.
Übrigens: Auch auf eine gute Tasse Kaffee nach dem Essen müssen Sie nicht verzichten. Er kann sich sogar positiv auf Ihre Leber auswirken. Warum das so ist, können sie hier nachlesen.


Zimt ist ein beliebtes Gewürz, gerade in der Weihnachtszeit. Allerdings enthält Cassia-Zimt hohe Konzentrationen des Aromastoffs Cumarin. Dieser kann bei empfindlichen Personen bereits in geringen Mengen eine Schädigung der Leber verursachen. Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt daher die Verwendung von Ceylon-Zimt, der deutlich weniger Cumarin enthält [4].

 


Quellen
  1. Leberzentrum Würzburg. Ernährung bei Lebererkrankungen; unter:  http://www.leberzentrum-wuerzburg.de/?page_id=384; (abgerufen am 10.11.2021).
  2. Centrum für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf. Ernährung bei Leberzirrhose, Universitätsklinikum Bonn; unter: https://www.ciobonn.de/leberkrebszentrum/87-behandlung-im-cio/unterstuetzende-therapien-angebote/ernaehrung; (abgerufen am 10.11.2021).
  3. Farzaei MH, Zobeiri M, Parvizi F, El-Senduny FF, Marmouzi I, Coy-Barrera E, et al. Curcumin in Liver Diseases: A Systematic Review of the Cellular Mechanisms of Oxidative Stress and Clinical Perspective. Nutrients. 2018;10(7).
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung. Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln; unter: https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_cumarin_in_zimt_und_anderen_lebensmitteln-8439.html; (abgerufen am 10.11.2021).

GSC-0469-2020_IMG_0646_Freisteller.png

Sie haben Fragen zu diesem Thema?

Ich antworte Ihnen innerhalb von 24h.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht.